Menschen älteren Semesters kennen Fotosticker vielleicht noch von früher. Damals gab es Sammelheftchen verschiedener Anbieter zu denen man die passenden Bildchen zum Einkleben kaufen musste. Vor allem zu großen Turnieren im Fußball waren und sind diese Alben sehr beliebt, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Heute hat man, dank moderner Technik und Digitalkameras, selbst die Möglichkeit solche Sticker zu erstellen. Welches Motiv man sich dafür aussucht bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Man kann selbstverständlich, in Anlehnung an die großen Fußballstars, seine eigene Dorfmannschaft ablichten, am PC ein kleines Stickeralbum erstellen und die passenden Sticker bei einem der vielen Anbieter bestellen.
Diese Fotosticker kann man dann entweder an die Dorfjugend verkaufen oder sie auch wahlweise verschenken. Natürlich sollte man dann auch dementsprechend viele Heftchen dazu verschenken, denn sonst kann es passieren, dass einem die Dorfmannschaft von sämtlichen beklebbaren Oberflächen der näheren Umgebung entgegen lacht. Handelt es sich bei diesen Oberflächen um Laternenmasten oder Parkbänke, so bleibt das Ärgernis wohl relativ gering. Klebt das Konterfei des Mannschaftskapitäns dagegen auf der eigenen Windschutzscheibe, so wird man schon etwas ärgerlicher reagieren. Natürlich ist die örtliche Fußballmannschaft nicht das einzige Fotomotiv, welches man in einem Dorf finden kann. Tiere sind immer ein gutes Motiv, weil sie bei den meisten Menschen positive Assoziationen hervorrufen. In diesem Fall kann selbst ein misslungenes Bild noch positiv aufgenommen werden.
Auch aus Tierfotos kann man selbstverständlich Fotosticker machen. Viele Dörfer und Gemeinden besitzen einen Geflügel- oder Kaninchenzuchtverein. Die meisten sogar beides. Auf den regelmäßig stattfindenden Ausstellungen dieser Vereine kann man sich mit seiner Kamera austoben. Tierfotografie hat normalerweise immer den Nachteil, dass die zu fotografierenden Tiere nicht wirklich still halten wollten. Bei einer Zuchtschau tritt dieser Nachteil so gut wie nie auf, da die Tiere in ihren Käfigen sitzen. Somit können sie auch nicht weglaufen, wenn man auf den Auslöser drückt. Die einzige Möglichkeit der Sabotage, die den Tieren bleibt, ist sich im letzten Moment wegzudrehen, so dass der Fotograf nur die Hinteransicht des Tieres auf der Speicherkarte seiner Kamera hat.
Aber selbst mit diesen, eigentlich als misslungen zu bezeichnenden Bildern, kann man Fotosticker erstellen. Man könnte diese bei der nächsten Ausstellung in einer Reihe aufkleben und von den Anwesenden den schönsten Tierhintern des Jahres wählen lassen. Der Sieger bekommt eine kleine Belohnung. Im Falle eines Kaninchens würde sich zum Beispiel eine Extraration Salat anbieten. Etwas schwieriger zu fotografieren sind schon Tauben. Diese haben die Angewohnheit ständig aufgeregt herumzuflattern, was das Treffen des richtigen Auslösemoments nicht unbedingt erleichtert. Außerdem muss man bei herumflatternden Vögeln eine relativ kurze Belichtungszeit wählen, da sonst die Flügel auf dem späteren Foto unscharf und verwischt erscheinen.
Weniger für die Anwendung als Fotosticker geeignet, ist eine Form der Fotografie, die sich genau diesen Effekt des Verwischens und der Unschärfe zunutze macht. Gemeint ist die sogenannte Langzeitbelichtung. Bei dieser Art der Fotografie werden sich bewegende Objekte einige Sekunden bis manchmal mehrere Stunden lang belichtet. Besonders schön wirkt dieser Effekt, wenn man als Motiv einen Bach, einen Fluss oder einen Wasserfall wählt. Das Wasser wirkt auf dem fertigen Bild wie Nebel, der vor sich hinfließt, während das umgebende Gelände scharf abgebildet wird, da es sich ja nicht bewegt. Durch diese Art zu fotografieren kann man aber nicht nur schöne Effekte bei Bildern mit Wasser erzielen. Diese Methode bietet sich beispielsweise auch dann an, wenn man den nächtlichen Straßenverkehr einmal in einer etwas weniger alltäglichen Art zeigen will.